Naturschutzgebiet Riedensee
 Einer der letzten Strandseen an der westlichen Ostseeküste
 
Der Riedensee an der Spitze des Buk zwischen Rerik und Kühlungsborn, ist einer der letzten Strandseen an der westlichen Ostseeküste, der noch in seiner ursprünglichen Art erhalten ist.
Nach der letzten Eiszeit füllte sich die sandige Senke durch den Ostseepegelanstieg mit Salzwasser. Es entstanden Seggenschilftorfe die später mit Bruchwaldtorfen bedeckt wurden. Durch den Küstenrückgang werden diese jetzt im Strandbereich als Torfplatten sichtbar.
 Naturschutzgebiet Riedensee © Andreas Herrmann, Rerik 2002Torfplatte am Strand vor dem Riedensee © Andreas Herrmann, Rerik 2004 Luftaufnahme Riedensee an der Bukspitze - © Andreas Herrmann, Rerik 2002
Durch Dünen von der Ostsee abgetrennt, wird der Riedensee landseitig mit Süßwasser versorgt. Über einen Durchbruch mit der Ostsee verbunden dringt periodisch Salzwasser ein. Dieses überflutet im Frühjahr und Herbst auch die angrenzenden Wiesen. Die Vegetation im Umfeld des Sees hat sich auf diese Besonderheit eingestellt. Der aufmerksame Wanderer findet darunter Seltenheiten wie z.B. die Stranddistel. Sie gehört zu den gefährdeten Dünenpflanzen.  Luftaufnahme Der Riedensee © Andreas Herrmann, Rerik 2002 Ostseekueste Strandsee: Der Riedensee - © Andreas Herrmann, Rerik 2002  Torfplatten am Strand im NSG Riedensee © Andreas Herrmann, Rerik 2002
Zur hochspezialisierten Pflanzengemeinschaft zählen weiterhin die Salzmiere mit ihren fleischigen Blättern und der Mauerpfeffer mit seinen gelben Blüten. Hinter dem Riedensee, auf den Salzwiesen haben sich Salzbinse, die Strandaster und der Meerstranddreizack angesiedelt. Im Zuge küstendynamischer Prozesse wechselt die Lage der Flutrinnen - sie spielen im Strandseeökosystem eine besondere Rolle und sind an der westlichen Ostsee einmalig. Flutrinnen am Strand vorm Riedensee© Andreas Herrmann, Rerik 2002 Naturschutzgebiet Riedensee- © Andreas Herrmann, Rerik 2002  NSG Riedensee - Der Durchbruch im Winter © Andreas Herrmann, Rerik 2006

Der Riedensee gehört zu den größten Wasservogelbrutgebieten im Landkreis Bad Doberan. Im Schilf finden Graureiher, Schnepfenvögel, Enten und viele andere Vögel Brutmöglichkeiten. Besonderen Seltenheitswert hat aber der hier noch vorhandene Sand-Regenpfeifer. Er legt seine granitsteinähnlichen Eier direkt an den Strand. Ungebetenen Besuchern täuscht er Lahmheit vor, um sie vom Nest wegzulocken. Außerhalb der Gefahrenzone ist er plötzlich wieder fidel und fliegt davon. Bitte gehen Sie im Frühjahr sehr aufmerksam den Strand entlang, um die wenigen Nester zu erhalten. Der Sand-Regepfeifer ist vom Aussterben bedroht.

Bitte helfen auch Sie dieses einzigartige Naturschutzgebiet in unserer Region zu erhalten:

 Naturschutzgebiet Riedensee- © Andreas Herrmann, Rerik 2002Duene vor dem Riedensee- © Andreas Herrmann, Rerik 2002Luftaufnahme westlicher Teil des Riedensee mit Durchbruch zur Ostsee © Andreas Herrmann, Rerik 2002  Bekassinen am Strand vorm Riedensee © Andreas Herrmann, Rerik 2004Duene vorm Riedensee © Andreas Herrmann, Rerik 2002
  • Gehen Sie nur auf vorgegebenen Wegen Betreten Sie nicht die Dünen, sie sind ein natürlicher Küstenschutz
  • Führen Sie Ihren Hund an der Leine
  • Berühren Sie keine Eier bzw. Nester
  • Lassen Sie keinen Müll liegen
  • Im Riedensee ist Angeln und Baden verboten
  • Lassen Sie Ihre Kinder nicht an der Durchbruchstelle zum Riedensee spielen. Es lebt dort eine seltene Käferart
 Die Bukspitze im Naturschutzgebiet Riedensee © Andreas Herrmann, Rerik 2005 Schwäne am Riedensee © Andreas Herrmann, Rerik 2006  Luftaufnahme westlicher Teil des Riedensee mit Bukspitze © Andreas Herrmann, Rerik 2002
Die Gesamtgröße des Naturschutzgebietes beträgt 95 ha, davon sind 84 ha Landfläche. Zu erreichen ist das NSG Riedensee zu Fuß von Rerik-Meschendorf oder Kühlungsborn-West, bzw. von einem westlich gelegenen Strandparkplatz bei Kägsdorf.
Die Lage des Riedensee ermöglicht die Einsicht von Außen und der Strand kann von Wanderern und Badegästen benutzt werden. Uferzonen des Sees und Röhrichte, Salzwiesen, Dünen mit Übergangszonen sowie Sandflächen an den Flutrinnen dürfen nicht betreten werden!
 Flutrinne am Strand im NSG Riedensee© Andreas Herrmann, Rerik 2005 Am Strand östlich der Bukspitze - © Andreas Herrmann, Rerik 2005  NSG Riedensee - Duene und Strandwall © Andreas Herrmann, Rerik 2006


Auszüge aus § 4 Verbote
der Verordnung (Link siehe unten)
"In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebietes oder seiner Bestandteile oder zu einer nachhaltigen Störung führen können".
6.Gewässer einschließlich ihrer Ufer zu ändern, zu beseitigen, zu schaffen oder umzugestalten oder Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserstand oder den Wasserabfluss verändern, oder Stoffe einzubringen, einzuleiten, zu entnehmen oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit der Gewässer nachhaltig zu beeinträchtigen,
7.Pflanzen, Pflanzenteile oder sonstige Bestandteile zu entnehmen, zu beschädigen oder in ihrem Weiterbestand zu gefährden oder Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen,
8.wild lebende Tiere zu töten, zu verletzen, zu fangen, zu füttern, ihnen nachzustellen, sie durch Lärm oder anderweitig zu beunruhigen, ihre Eier, Larven, Puppen, ihre Nester, ihre Brut- oder Wohnstätten zu entfernen oder zu beschädigen oder Tiere auszusetzen oder anzusiedeln,
9.zu zelten, Wohnwagen oder Wohnmobile aufzustellen, zu lärmen, Tonwiedergabegeräte zu benutzen, Feuer anzuzünden oder zu unterhalten, Flugkörper jeder Art starten oder landen zu lassen oder Modellboote zu betreiben,
10.das Naturschutzgebiet außerhalb des Strandes oder von Wegen zu betreten oder außerhalb des Strandes zu lagern,
11.im Riedensee zu baden oder diesen mit Wasserfahrzeugen oder Sportgeräten jeder Art zu befahren,
12.das Naturschutzgebiet mit Fahrrädern zu befahren oder in ihm zu reiten,
13.im Naturschutzgebiet mit Kraftfahrzeugen jeder Art einschließlich mit Fahrrädern mit Hilfsmotor zu fahren oder Kraftfahrzeuge zu parken,
14.Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen,
16.Hunde frei laufen zu lassen,

Schutzziel
In den 30ger Jahren des letzten Jahrhunderts errichtete die Wehrmacht im westlichen Strandbereich von Kühlungsborn Kasernen und hier einen Truppenübungsplatz. Diese wurden in den 60ger Jahren von der NVA übernommen, die weitere Anlagen errichtete. Reste davon sind heute noch sichtbar, wenngleich seit der Unterschutzstellung 1995 vieles beräumt wurde.

  Alte Buhnen am Strand im NSG Riedensee © Andreas Herrmann, Rerik 2003 Düne mit Übergangszone im NSG Riedensee © Andreas Herrmann, Rerik 2002  NSG Riedensee - ehemalige Betonstrasse am Strand (nicht mehr vorhanden) © Andreas Herrmann, Rerik 2003

Ein aus den 30ger Jahren stammendes Entwässerungsgrabensystem mit Schöpfwerk wurde stillgelegt, um die natürlichen Überflutungsverhältnisse wieder herzustellen.
Ein charakteristischer Teil der Ostseeküste mit einem letzten intakten Strandsee mit seinen angrenzenden Salzwiesen und Brackwasserröhrichten soll mit seiner natürlichen Küstendynamik erhalten werden. Er spielt insbesondere in der Zugzeit der Vögel eine bedeutende Rolle als Rast und Nahrungsplatz und wurde als Teil des europäischen Schutzgebietesystems "Natura 2000" vorgeschlagen.

Strandwall mit Schlehen und Sanddornbüschen im westlichen Teil des NSG Riedensee © Andreas Herrmann, Rerik 2003 Durchbruch des Riedensee zur Ostsee © Andreas Herrmann, Rerik 2002

NSG Riedensee - ehemalige Buhnen mit Steinpackungen © Andreas Herrmann, Rerik 2002

Lesen Sie hier die Verordnung über das Naturschutzgebiet "Riedensee" vom 07. Mai 2010

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aktualisiert: 28.08.2010
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