Am Strand von Rerik 
 gibt es viel zu entdecken:

  

An Reriks Strand ist es nicht nur im Sommer herrlich zum Baden und Sandburgen Bauen, sondern in jeder Jahreszeit, je nach Wind und Wellengang, kann man Wassertreten (Kneipp) oder kilometerlange Wanderungen entlang der Steilküste mit immer neuen Ausblicken unternehmen. 
Wer seinen Blick dabei auch einmal nach unten richtet und kurz verweilt, kann mit etwas Glück viele interessante Dinge sehen und vielleicht ein einmaliges Urlaubssouvenir finden und mit nach Hause nehmen.


 

Sand
Steine

Muscheln

Bernstein

Hühnergötter

Donnerkeile

Klappersteine

Versteinerungen


Warum gibt es Sand am Strand ?
Sand besteht aus unzähligen runden, weißlich oder farblosen Quarzkörnchen. Quarz ist an der Erdoberfläche das häufigst vorkommende Mineral. Da es von großer Härte und sehr verwitterungsbeständig ist, bleibt es beim Zerfall von Gesteinen am längsten erhalten. Das Wasser spült die kleinen Körnchen hinweg und Bäche und Flüsse transportieren sie in großen Mengen in die Meere, wobei sie durch Reibung rund und glatt geschliffen, als auch nach Größe sortiert werden. Im Meer wird der Sand entlang der Küsten transportiert und locker abgelagert. Zur Freude der Badenden trocknet dieser auf natürlichem Wege abgelagerte Sand schnell und klebt nicht auf der Haut fest.

Steine in vielen Farben, Formen und Größen
Dem aufmerksamen Beobachter wird kaum entgehen, daß zwischen oder auf dem Sand in bestimmten Bereichen die verschiedensten Steinarten - z.B. Granit, Sandsteine, Feuersteine - wahllos durcheinander liegen Ihre Größe reicht von kleinen Kieselsteinen bis hin zu tonnenschweren Findlingen. Einige sind bereits zwei Milliarden Jahre alt, andere "nur" mehrere Millionen Jahre. Die meisten haben lange Wege hinter sich - sie sind in der letzten Eiszeit aus Skandinavien zu uns gekommen und bleiben aus dem Abbruch der Steilküsten am Strand liegen.
Findlinge am Strand - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann

Muscheln am Ostseestrand
Austern waren im Meer der Kreidezeit besonders häufig. Eine Art mit besonders dicker Schale, woher sie auch ihren Namen Dickmuschel hat, fällt unter den fossilen Strandfunden besonders auf. Bis zu 2,5 cm dick, stark gewölbt und handtellergroß, ist die eine der beiden Schalenhälften an fast allen Geröllfeldern zu finden.
Dickmuschel
Neben der Dickmuschel existierten eine Reihe von kleineren dünnschaligen Muscheln, von denen wenige Stücke, meist nur ihr Steinkern (Feuer- oder Sandstein) erhalten ist. Am ehesten sind die heute noch in wärmeren Meeren lebenden Steckmuscheln als Versteinerung zu finden.
Einer Muschel sehr ähnlich sindArmfüßer - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann Armfüßer (Brachiopoden), die ihren Namen von dem fleischigen Arm, der aus einem Loch in einer der zwei Schalen ragte, bekamen. 
Mit diesem Arm konnten sich diese kleinen Tiere am Meeresgrund festhaften.
Versteinerte Muscheln - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann

Der schwimmende Stein
Die Entstehung des Bernstein liegt etwa 40 - 50 Millionen Jahre zurück, als es im Ostseeraum subtropische Wälder mit einer heute ausgestorbenen Nadelbaumart gab. Das reichlich vorhandene Harz erstarrte schnell und wurde unter Luftabschluß im Boden konserviert. Durch fortschreitende Verfestigung im Laufe der Millionen von Jahren enstand der Bernstein, der heute ebenfalls aus den eiszeitlichen Geschieben herausgespült wird.
Wegen seines geringen spezifischen Gewichts wird er leicht mit den Strömungen entlang der Küste transportiert und nahe dem Strand am Meeresboden abgelagert. Bei heftigen Stürmen wird er aufgewirbelt und mit den Wellen ans Ufer getragen, wo Teile nach Abklingen des Sturmes im Spülsaum zurückbleiben und gefunden werden können. Um mehr über Bernstein zu erfahren, empfehlen wir einen Besuch im Deutschen Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten.
Bernsteine Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann

Bernsteine Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann


Was sind eigentlich Hühnergötter ?
Dunkelgrau bis schwarz und mit einer weißen Rinde überzogen, so findet man den Feuerstein an unserer Ostseeküste. Er entstand in der erdgeschichtlichen Kreidezeit, die vor 70 Millionen Jahren endete aus der im Kreideschlamm abgeschiedenen Kieselsäure. Knollen, Platten und wundersame Formen, in denen man glaubt, Fische, Hunde, Bären, Vögel oder andere Tiere zu erkennen, machen den Feuerstein zu einem beliebten Mitbringsel vom Strand.
Ebenso sind die sogenannten Hühnergötter - durchlöcherte Feuersteine - reine Zufallsbildungen der Natur. Ihr Name rührt von dem Glauben, daß sie ins Nest gelegt, Gesundheit und Legefreudigkeit der Hühner verbessern würden. Auch Wünsche sollen beim Schauen durch die meist kreisrunden Löcher im Hühnergott eher in Erfüllung gehen.

Hühnergötter - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann

Donnerkeile - die "Pfeilspitzen des Donar"
Die geschoßähnlichen, gelblichbraunen Gebilde, Bruchstücke von ihnen, meist im Geröll abgeschliffen,  dürften jedem Ostseebesucher bekannt sein. Der Unerfahrene hält solche Stücke manchmal für Bernstein.
In früheren Zeiten deutete man sie als Spitzen der vom germanischen Gott Donar geschleuderten Gewitterblitze, woher sie ihren Namen "Donnerkeil" haben. Heute wissen wir, daß es sich um Fossilien handelt, die Reste von ausgestorbenen, tintenfischähnlichen Kopffüßern (Belemniten). Das kegelförmig zulaufende Ende ihrer Schale blieb als einziges erhalten. Die größten Stücke sind bis zu 10 Zentimeter lang.
Donnerkeile - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann

Bruchstücke von Donnerkeilen - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann


Seeigel und andere Fossilien
Stachelhäuter leben schon seit etwa 450 Millionen Jahren in den Weltmeeren. Zu ihnen zählen Seeigel, Seesterne und Seelilien. Im Meer der Kreidezeit waren sie in unserer Region mit mehr als 15 Arten  vertreten. 
Am auffälligsten sind die Feuersteinkerne von Seeigeln mit einer fünfstrahligen Zeichnung. Bei ihnen ist die eigentliche Kalkschale im durch das Wasser bewegte Geröll meist vollständig abgerieben.
Seeigel - Feuersteinkern - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann
Seeigel mit erhaltener Schale - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas HerrmannNur bei frisch aus den Ufergeschieben freigespülten Stücken ist die Schale noch vollständig erhalten.
Im Spülsaum des Strandes sind kleine interessante Stücke von Seeigelschalen, besonders vom Kronenseeigel,
Kronenseeigel - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann

Seeigelstacheln - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmannwie auch Seeigelstacheln, Armplatten von Seesternen und Bruchstücke von Seelilienstengeln zu finden.
Seelilienstengel - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann

Häufig anzutreffende Fossilien sind unter anderen die Kieselschwämme, die als gurken- oder keulenförmige Feuersteine mit Punkt-, Netz- oder Streifenstruktur zu identifizieren sind, 
Kieselschwamm - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann
wie auch Klappersteine - runde Kieselschwämme, die von einer Feuersteinschale umgeben sind und durch deren Löcher die Kreide zwischen Schale und Schwamm herausgewaschen wurde.Klapperstein - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann
Kalkschwämme sind als kleine weiße Kugeln, häufig mit einem Loch hindurch zu finden. Ihr Durchmesser beträgt bis zu 1,5 Zentimeter.Kieselschwämme - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann

Etwas größer können Korallen gefunden werden, die als Einzelkorallen kegelförmig ausgebildet sind und in ihrem Inneren eine strahlig angeordnete Rippenstruktur aufweisen.

[Strandzugänge finden Sie in unserem Strandwegweiser mit Karte beschrieben - inklusive Fotos zu den jeweiligen Strandabschnitten]

Korallen - Foto © Copyright Rerik 2002 Andreas Herrmann
Zahlreiche Fossilienfunde befinden sich in der Sammlung des Reriker Heimatmuseums. 
Reriks Heimatmuseum ist einen Besuch wert ...
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aktualisiert:07.11.2016

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